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FS 26.103

Wassernutzung und Hydrologie im Hochgebirge

Session Status: Accepted
Inhalt zuletzt aktualisiert: 2026-10-19 12:01:34
Online verfügbar seit: 2026-05-17 19:34:44

Details

  • Volltitel

    Potentiale Wassernutzung im Hochgebirge und lokale/überregionale Auswirkungen auf die Hydrologie (Wasserkraft, Tourismus, Bewässerung, Schifffahrt)
  • Eingeplant

    Talks:
    2026-11-20, 13:00 - 14:00 (LT), Großer Hörsaal
    Poster:
    2026-11-20, 13:00 - 14:00 (LT), Großer Hörsaal
    Talks:
    2026-11-20, 13:00 - 14:00 (LT), Großer Hörsaal

    Poster:
    2026-11-20, 13:00 - 14:00 (LT), Großer Hörsaal
  • Chair

    Brunner, Manuela
  • Co-Chair(s)

    Wechsler, Tobias; and Achleitner, Stefan
  • Thematischer Fokus

    Klimawandel, Ökosysteme, Ressourcen, Wasserkreislauf, Wasserwirtschaft
  • Keywords

    Klimawandel, Wasserwirtschaft, Ökosysteme

Abstract/Beschreibung

Die rasante Klimaerwärmung verändert den Wasserkreislauf und die saisonale Wasserverteilung, insbesondere in alpinen Einzugsgebieten. Klimaszenarien zeigen eine deutliche Verschiebung hin zu höheren Abflüssen im Winter und geringeren im Sommer. Diese Veränderungen betreffen die gesamte Wasserwirtschaft: einerseits steigt das Potenzial für die Winterstromproduktion aus Wasserkraft, andererseits beeinträchtigen Trockenheitsereignisse die Wassernutzung im Sommer, wenn der Wasserbedarf für landwirtschaftliche Bewässerung und Wasserentnahmen zu Kühlzwecken am höchsten ist. Die rasante Klimaerw3ärmung betrifft jedoch nicht nur die Wasserverfügbarkeit, sondern auch die Wassertemperatur, was den Druck auf aquatische Ökosysteme erhöht.

Registrierte Abstracts

ID: 3.2
|Wechsler, Tobias
|
2026-11-20 13:00 - 13:12 (+3min)

Wechsler, Tobias
Das Wasserschloss Europas im Wandel. Eine Zeitungsartikelanalyse zur Verwendung der Metapher im Kontext der Klimaerwärmung
Wechsler, T.
Björnsen, A.; Wartmann, F.; Rohr, C.; and Schädler, B.
Abstract/Description

Die Schweiz wird oft als „Wasserschloss Europas“ bezeichnet – eine etablierte Metapher, die einen gesicherten Wasserreichtum suggeriert. In wissenschaftlichen Publikationen werden Gebirgsregionen oft als «Water Towers» beschrieben, da sie aufgrund höherer Niederschläge und Gletscherbeiträge im Verhältnis zur Fläche überproportional viel Wasser zu den tiefer gelegenen Flusssystemen liefern. Die Verwendung des Begriffs „Wasserschloss“ ist dabei etwas überraschend, denn in der deutschen Sprache hat er eher eine technische Bedeutung, etwa ein von Wasser umgebenes Schloss oder ein Druckausgleichsbauwerk in einem Wasserkraftwerk. Während der Begriff „Wasserschloss“ in Österreich rein technisch verwendet wird, hat er sich insbesondere in der Deutschschweiz zu einer etablierten, identitätsstiftenden Metapher entwickelt. Für die Beschreibung einer wasserreichen Region wäre der Begriff „Wasserturm“ aber präziser.

Basierend auf Schweizer Zeitungsartikeln der letzten 100 Jahre haben wir untersucht, in welchen wasserwirtschaftlichen Kontexten die Metapher „Wasserschloss Europas“ verwendet wurde und wie sich das zugrunde liegende Narrativ im Laufe der Zeit verändert hat. Dabei diente die Metapher einerseits als Symbol für den Wasserreichtum des Landes, andererseits unterstrich sie die Rolle der Schweiz im Umweltschutz und ihre Verantwortung gegenüber den Unterliegern; zudem wurde sie für die touristische Vermarktung der Naturlandschaft genutzt. Lange Zeit galt der Wasserreichtum in der Schweiz als selbstverständlich. Der Hitzesommer 2003 markierte den Auftakt einer Serie wiederkehrender Trockenperioden. In der Folge häuften sich ab den 2010er-Jahren Zeitungsartikel mit Bezügen zum Klimawandel und zur Trockenheit. In Zukunft wird erwartet, dass Trockenperioden häufiger und intensiver werden. Gleichzeitig steigt aufgrund divergierender Interessen in der Wasserwirtschaft der Nutzungsdruck auf die Ressource Wasser, insbesondere im Sommer. Angesichts der rasanten Klimaerwärmung und des steigenden Nutzungsdrucks auf die Ressource Wasser sowie die aquatischen Lebensräume erscheint die Verwendung dieser beschaulichen Metapher heute überholt – wenn nicht gar irreführend. Denn die Verantwortung umfasst weit mehr als den sorgsamen Umgang mit dem Wasservorkommen und dessen gerechte Verteilung; sie schliesst auch den Schutz und den Erhalt der Gewässerräume mit ein – unabhängig von deren Nutzung.

ID: 3.6
|Frey, Simon
| Hebenstreit, Klaus
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2026-11-20 13:15 - 13:27 (+3min)

Frey, Simon| Hebenstreit, Klaus
Optimierte Speicherbewirtschaftung unter Verwendung von Multi-Scale-Hydrologischen Vorhersagen am Beispiel der Speichergruppe Zillertal
Frey, S.
Haberl, U.; Schübl, M.; Stadlbacher, K.; and Hebenstreit, K.
Abstract/Description

Die optimale Bewirtschaftung von Pumpspeichern in hochalpinen Regionen erfordert die Integration von hydrologischen Prognosen über unterschiedliche Zeithorizonte – von Stunden bis zu saisonalen Skalen. Am Beispiel der von VERBUND betriebenen Speichergruppe Zillertal wird ein integrierter Ansatz zur Speicheroptimierung vorgestellt.

Die Speicherbewirtschaftung wird durch gegenläufige Randbedingungen geprägt: Auf der einen Seite ist eine möglichst optimale Verwertung des Zulaufs im Frühjahr und Sommer erforderlich, welcher in relevanten Teilen aus Schnee- und Gletscherschmelze stammt. Auf der anderen Seite müssen die Anlagen auf Extremereignisse vorbereitet sein, um die Speicher und Unterlieger zu schützen und mögliche Hochwasserwellen aufnehmen zu können. Der Speichereinsatz (sowohl Pumpen- als auch Turbineneinsätze) wird generell stark durch Strompreissignale geprägt, die durch volatile Energieträger wie Wind und Photovoltaik beeinflusst werden. Kurzfristig erfolgen reaktive Anpassungen im Bereich von Stunden bis zu Tagen, während mittelfristig die Kenntnis der Schneedecke und Zuflussprognosen sowie langfristig die saisonale Speicherfüllungsplanung berücksichtigt werden.

Der Beitrag diskutiert die aktuellen und zukünftigen Aufgaben, einer effizienten Speicherbewirtschaftung, die Notwendigkeit von hydrologischen Vorhersagen, insbesondere im alpinen Regime, über verschiedene zeitliche Skalen hinweg und die anwendungsorientierte Implementierung in ein operatives Echtzeit-Prognosesystem. Eine besondere Herausforderung stellt dabei der Klimawandel dar.  

ID: 3.45
|Stahl, Kerstin
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2026-11-20 13:30 - 13:33 (+0min)

Stahl, Kerstin
Direkte und indirekte Grundwasserneubildung am Gebirgsrand: Abschätzung und Vergleich mit multiplen Nutzungsansprüchen
Stahl, K.
Szillat, K.; Lange, J.; and Weiler, M.
Abstract/Description

Nutzungskonkurrenzen für Grund- und Oberflächenwasser haben insbesondere in Zeiten mit Trockenheit stark zugenommen. Eine Abschätzung der verfügbaren Wasserressourcen für die multiplen Nutzungen jetzt und in der Zukunft muss deshalb insbesondere auch die Menge der Grundwasserneubildung berücksichtigen. In und am Rand von Gebirgsregionen tragen Flüsse maßgeblich zur Grundwasserneubildung bei. Die Berücksichtigung der Mengen ist herausfordernd. Der Beitrag zeigt einen methodischen Ansatz zur Abschätzung der direkten und indirekten Grundwasserneubildung basierend auf ‚offline‘ Modellkomponenten von Wasserhaushalt und Transmissionsverlusten im Gerinne. Eine validierte Anwendung der Methodik zeigt für Trinkwasserschutzgebiete am Rand des Schwarzwalds deutliche Wasserdefizite unter der Annahme des berechneten potentiellen landwirtschaftlichen Bewässerungsbedarfs sowie dem lokalen Trinkwasserbedarf. Ein im Projekt ‚StressRes‘ entwickeltes Anwendungstool für Baden-Württemberg generalisiert die Methodik und erlaubt weitere flexible Vergleiche im langfristigen Mittel sowie in Trockenjahren mit erhöhtem Nutzungsdruck.

ID: 3.48
|Panigada, Luca
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2026-11-20 13:33 - 13:36 (+0min)

Panigada, Luca
Restwasser-Tool: ein Szenarienrechner für angemessene Restwassermengen
Panigada, L.
Hurni, M.; and Wechsler, T.
Abstract/Description

Die Wasserkraft ist eine effiziente, CO₂-arme Energiequelle. Ihr Betrieb führt jedoch häufig dazu, dass in den Flüssen nur eine minimale Wassermenge verbleibt – das Restwasser. In der Schweiz gilt ein überdurchschnittlich hoher Anteil aquatischer Arten als gefährdet, darunter 65 % der Fischarten. Zwischen 2030 und 2050 laufen in der Schweiz zahlreiche Konzessionen für Wasserkraftwerke aus. Dabei wird nicht nur über Eigentumsverhältnisse entschieden, sondern auch über eine zentrale Verteilungsfrage: Wie viel Wasser soll künftig für die Stromproduktion, die Gewässerökologie und weitere Nutzungsansprüche, etwa die landwirtschaftliche Bewässerung oder die Trinkwasserversorgung, zur Verfügung stehen?

In der Vergangenheit wurden die Produktionsminderungen der Schweizer Wasserkraft infolge von Restwasseranforderungen wiederholt überschätzt, hauptsächlich aufgrund fehlender Daten. Unsere neuesten Berechnungen zeigen hingegen, dass sich der Erhalt der aquatischen Biodiversität und die Stromproduktion besser vereinbaren lassen als bislang angenommen. Um diese Erkenntnisse zu untermauern, haben wir in Zusammenarbeit mit drei Kantonen ein öffentlich frei zugängliches Restwasser-Tool entwickelt. Es unterstützt die Kantone bei ihren Entscheidungen, da sie auf Grundlage rechtlicher Vorgaben für den Vollzug der Restwasserbestimmungen verantwortlich sind. Gleichzeitig steht das Tool auch weiteren Interessengruppen zur Verfügung. Voraussetzung für dessen Nutzung sind gemessene oder simulierte Abflusszeitreihen sowie technische Angaben zu Wasserkraftanlagen. Auf dieser Basis lassen sich Szenarien berechnen, die als Entscheidungsgrundlage im Prozess der Neukonzessionierung beigezogen werden können.

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