Restwasser-Tool: ein Szenarienrechner für angemessene Restwassermengen
Abstract
Die Wasserkraft ist eine effiziente, CO₂-arme Energiequelle. Ihr Betrieb führt jedoch häufig dazu, dass in den Flüssen nur eine minimale Wassermenge verbleibt – das Restwasser. In der Schweiz gilt ein überdurchschnittlich hoher Anteil aquatischer Arten als gefährdet, darunter 65 % der Fischarten. Zwischen 2030 und 2050 laufen in der Schweiz zahlreiche Konzessionen für Wasserkraftwerke aus. Dabei wird nicht nur über Eigentumsverhältnisse entschieden, sondern auch über eine zentrale Verteilungsfrage: Wie viel Wasser soll künftig für die Stromproduktion, die Gewässerökologie und weitere Nutzungsansprüche, etwa die landwirtschaftliche Bewässerung oder die Trinkwasserversorgung, zur Verfügung stehen?
In der Vergangenheit wurden die Produktionsminderungen der Schweizer Wasserkraft infolge von Restwasseranforderungen wiederholt überschätzt, hauptsächlich aufgrund fehlender Daten. Unsere neuesten Berechnungen zeigen hingegen, dass sich der Erhalt der aquatischen Biodiversität und die Stromproduktion besser vereinbaren lassen als bislang angenommen. Um diese Erkenntnisse zu untermauern, haben wir in Zusammenarbeit mit drei Kantonen ein öffentlich frei zugängliches Restwasser-Tool entwickelt. Es unterstützt die Kantone bei ihren Entscheidungen, da sie auf Grundlage rechtlicher Vorgaben für den Vollzug der Restwasserbestimmungen verantwortlich sind. Gleichzeitig steht das Tool auch weiteren Interessengruppen zur Verfügung. Voraussetzung für dessen Nutzung sind gemessene oder simulierte Abflusszeitreihen sowie technische Angaben zu Wasserkraftanlagen. Auf dieser Basis lassen sich Szenarien berechnen, die als Entscheidungsgrundlage im Prozess der Neukonzessionierung beigezogen werden können.
If this happens again, please get in touch with us.