Stabile Wasserisotope im Hochgebirge – Probenahmekampagne am Juneau Icefield (Alaska, British Columbia)
Abstract
Das Juneau Icefield Research Program (JIRP) ist ein etabliertes Feldprogramm, das seit Jahrzehnten als Lehr- und Forschungsplattform für Gletscher- und Gebirgshydrologie dient. In diesem Projekt wollen wir das Potenzial von stabilen Wasser-Isotopen (δ18O, δ2H) zur Charakterisierung von Wasserherkunftsräumen auf dem Juneau Icefield (Alaska/British Columbia) untersuchen. Dazu wurden im August 2025 entlang einer Traverse von Juneau (Alaska) nach Atlin (B.C., Kanada) verschiedene Wassertypen (Gletscherschmelzwasser, Schnee, Niederschlag, Oberflächenabfluss) während der Ablationsperiode beprobt. Wir dokumentierten die Höhenabhängigkeit der Isotopenfraktionierung und einen ausgeprägten Kontinentaleffekt, der jedoch nicht linear verläuft – was vermutlich durch regionale Muster der atmosphärischen Strömungen (Niederschläge) und Mischungssignaturen erklärbar ist. Besonders bemerkenswert sind stark negative Isotopen-Signaturen einiger Proben, welche in einer Mineralquelle in Atlin gewonnen wurden.
Auf der Grundlage der Messkampagnie und Daten von JIRP führen wir derzeit eine End-Member Mixing Analyse (EMMA) durch, um die Beiträge verschiedener Höhenzonen des Juneau Icefield am lokalen Abfluss zu verstehen. Dafür nutzen wir Dichteprofile der Schneedecke in Kombination mit deren Isotopen-Signaturen und die (lokale) Höhenabhängigkeit der Niederschlagssignatur.Die Ergebnisse tragen zum besseren Verständnis der Abflussbildung im Hochgebirge bei und haben Implikationen für die Wasserressourcen-Bewirtschaftung in gletschergeprägten Regionen.
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