Grundwasser im alpinen Wasserkreislauf – Erkenntnisse aus der vergleichenden Hydrologie
Abstract
Grundwasser spielt eine wichtige, jedoch oftmals unterschätzte Rolle im alpinen Wasserkreislauf. Grobkörnige Sedimente und geklüftetes Gestein weisen teilweise bedeutsame Speicherkapazitäten auf und können dadurch Regen- und Schmelzwassereinträge abpuffern, bevor diese in Bäche und Flüsse gelangen. Angesichts kleiner werdender Schneespeicher und auftauenden Permafrosts ist ein fundiertes Verständnis dieser Rolle unerlässlich, um abzuschätzen, inwieweit alpine Regionen auch künftig als „Wassertürme“ fungieren. Da sich grundwassergespeister Abfluss nicht flächendeckend direkt messen lässt, bieten sich indirekte, abflussbasierte Methoden als Alternative an: Der Abfluss ist deutlich einfacher zu erfassen und integriert das Speicherverhalten ganzer Einzugsgebiete. Vor allem in Kombination mit ergänzenden Datensätzen (z.B. Schneespeicher, Wasserqualität) können hieraus wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Besonders aufschlussreich sind dabei vergleichende Ansätze, die Einzugsgebiete entlang von klimatischen, geologischen und topographischen Gradienten gegenüberstellen, um aus deren Unterschieden und Gemeinsamkeiten mehr über ihre Funktionsweise zu lernen. Dieser Beitrag geht kurz auf den aktuellen Wissensstand zum Grundwasser im alpinen Wasserkreislauf ein und stellt vorläufige Forschungsergebnisse vor – sowohl aus einer neuen Messkampagne in den Schweizer Alpen als auch aus der Analyse bestehender Datensätze im Rahmen eines großskaligen vergleichenden Ansatzes. Ziel ist ein besseres Verständnis der Rolle des Grundwassers im alpinen Wasserkreislauf sowie die Identifikation der Gebietseigenschaften, die die Speicher- und Abflussdynamik alpiner Einzugsgebiete maßgeblich beeinflussen.
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