Alpine Hochwasser mit dem Klimawandel
(2) WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Flüelastrasse 11, 7260 Davos Dorf
Abstract
Hochwasser richten im Alpenraum regelmässig grosse Schäden an und verändern sich mit dem Klimawandel, weil Starkniederschläge zunehmen, die Schneeschmelze zurückgeht und Bodenfeuchte im Winter zu- aber im Sommer abnimmt. Wie genau, ist noch unklar. In dieser Studie nutzen wir ein grosses Klimaensemble in stündlicher Auflösung, um Hochwasserveränderungen in der Schweiz und Österreich in Abhängigkeit der Temperaturzunahme zu quantifizieren. Wir zeigen, dass Hochwasserspitzen in den meisten Gebieten aufgrund einer Zunahme von Starkniederschlägen zunehmen. Die Stärke der Zunahme hängt von der Höhenlage und der Ereignisstärke ab. So ist die Zunahme in tiefen Lagen, wo das hydrologische Regime stark von Regen geprägt ist, am stärksten. In höheren Lagen, die stark schneegeprägt sind, hingegen, ist die Zunahme schwächer, weil zunehmende Starkniederschläge durch abnehmende Schneeschmelze kompensiert werden. Auch variieren die Veränderungen mit der Ereignisstärke: extreme Hochwasser wie das 100-jährliche Hochwasser nehmen stärker zu als moderate Hochwasser wie das 2- oder 10-jährliche Hochwasser. Während Hochwasser in tiefen Lagen unabhängig von der Stärke zunehmen, können moderate Hochwasser in hohen Lagen aufgrund von abnehmender Schneeschmelze auch abnehmen. Abgesehen davon ist das Bild einheitlich: Hochwasserspitzen nehmen zu. Diese Projektionen zeigen, dass sich die Gesellschaft auf stärkere und häufigere Hochwasser vorbereiten muss, indem sie geeignete Vorbereitungs- und Anpassungsmassnahmen trifft.
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