Auswirkungen von Waldbränden auf Bodenhydrologie und Abflussbildung – konzeptuelle Überlegungen

Abstract ID: 3.43
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Klebinder, K. (1)
Demmler, C. (1); Hagen, K. (1); Horn, L. (1); Huber, T. (1); Kohl, B. (1); Lechner, V. (1); Markart, G. (1); Spannring, P. (1); Suntinger, K. (1); and Zieher, T. (1)
(1) Bundesforschungszentrum für Wald, Institut für Naturgefahren, Rennweg 1, A - 6020 Innsbruck
How to cite: Klebinder, K.; Demmler, C.; Hagen, K.; Horn, L.; Huber, T.; Kohl, B.; Lechner, V.; Markart, G.; Spannring, P.; Suntinger, K.; and Zieher, T.: Auswirkungen von Waldbränden auf Bodenhydrologie und Abflussbildung – konzeptuelle Überlegungen, #WAH26-3.43
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Keywords: Waldbrand, Störungsfläche, Bodenhydrologie, Hydrophobizität, Abflussbildung
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Keywords: Waldbrand, Störungsfläche, Bodenhydrologie, Hydrophobizität, Abflussbildung
Abstract
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Im Vergleich zu anderen Störungen (z.B. Windwurf, Schneebruch, Borkenkäfer-Kalamitäten) hatten Waldbrände in den Ost-/Nordalpen historisch eine geringere Bedeutung. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels stellen sie eine zunehmende Störungsgröße der Ökosysteme von Bergwäldern dar. Auswirkungen von Waldbränden auf bodenhydrologische Charakteristika und Prozesse der Abflussbildung sind in den Ost-/Nordalpen noch wenig untersucht. Anhand der Brandfläche im Lesachtal (Kärnten, Österreich) werden vorläufige Ergebnisse und konzeptuelle Überlegungen zu den hydrologischen Auswirkungen von Waldbränden vorgestellt.

Der Waldbrand brach am Abend des 23. April 2026 auf einem steilen, südexponierten Hang aus. Die Fläche von 1,1 km² war in den Jahren zuvor bereits von Störungen (Windwurf, Schneebruch, Borkenkäfer) betroffen. Infolge von Trockenheit und Wind breitete sich das Feuer rasch aus, konnte in den Folgetagen aber eingedämmt werden. Das offizielle Brand-Aus erfolgte am 17. Mai 2026, da Glimmbrände und Glutnester im Boden aufwändig gelöscht werden mussten.

Bei der Begehung am 1. Juni 2026 zeigte sich ein Mosaik aus unterschiedlich stark betroffenen Flächeneinheiten. Flächen, auf denen Kronenfeuer zu starker Hitzeentwicklung führte, wiesen auch die stärksten Auswirkungen auf die bodenhydrologischen Eigenschaften des Waldbodens auf. Die verbrannte Streuauflage bildete eine verkrustete Schicht, auf der eine Ascheschicht mit räumlich variabler Mächtigkeit auflag. Flächen mit teilverbrannten Kronen wiesen zusätzlich eine Schicht aus unverbrannter, trockener Nadelstreu auf. Sowohl die Brandkruste als auch die Ascheschicht können hydrophob wirken. Verdampftes organisches Material (z.B. Wachs, Harz), welches sich im Mineralboden als wachsartiger Film anlagern kann, wirkt ebenso infiltrationshemmend. In Relation zu den ursprünglichen bodenhydrologischen Bedingungen und im Zusammenspiel mit einer reduzierten Oberflächenrauigkeit ist verstärkter Oberflächenabfluss bei Starkregen zu erwarten. Damit erhöht sich das Erosionspotenzial, wodurch es insbesondere auf Kalkstandorten zu Bodenverlusten kommen kann.

In einem nächsten Schritt wird die Hydrophobizität von geworbenen Bodenproben auf der Brandfläche und einer nicht betroffenen Vergleichsfläche Fläche mit Hilfe des Water Drop Penetration Time (WDPT) Tests analysiert. Um Veränderungen von abflussbildenden Prozessen auf Brandflächen quantifizieren zu können, sind Beregnungsversuche geplant.

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