
NAME:
Großer Hörsaal
BUILDING:
UZ Obergurgl
FLOOR:
-1
TYPE:
Lecture Room
CAPACITY:
110
ACCESS:
Only Participants
EQUIPMENT:
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Diese Studie untersucht die Feststofftransportdynamik in zwei alpinen Einzugsgebieten mit unterschiedlichen geomorphologischen und glaziologischen Eigenschaften: dem vergletscherten Suldenbach und der nicht vergletscherten Gader in Südtirol. An den Pegeln Stilfserbrücke und Montal läuft hier seit vier bzw. fünf Jahren das operationelle Monitoring des Schwebstoff- und Geschiebetransports. Dafür werden Trübungssonden und Geophon-Platten verwendet. Für die Eichung der Messysteme erfolgen regelmäßige Wasserprobenahmen sowie Geschiebemessungen. Ziel der Untersuchung war die Quantifizierung der Sedimentfrachten, die Bewertung der Anteile von Schwebstoff- und Geschiebetransport sowie die Identifikation der wichtigsten meteorologischen und hydrogeomorphologischen Steuerungsfaktoren.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen beiden Einzugsgebieten. Im Suldenbach treten mehr als 90% der jährlichen Sedimentfrachten während der Ablationsperiode zwischen Juni und September auf. Der Sedimenttransport wird dort klar durch Schwebstoffe dominiert, die rund 95% der Gesamtfracht (ca. 400.000 t a⁻¹) ausmachen, während der Geschiebetransport lediglich etwa 5% beiträgt. Die Gader weist hingegen eine längere aktive Transportperiode vom Frühjahr bis in den Herbst auf, die überwiegend durch Niederschlagsereignisse gesteuert wird. Hier wird etwa 80% der Gesamtfracht (ca. 140.000 t a⁻¹) als Schwebstoffe und rund 20% als Geschiebe trasnsportiert.
Der Suldenbach führt insgesamt etwa die doppelte Sedimentmenge und erreicht eine rund sechsmal höhere spezifische Sedimentfracht als die Gader (ca. 3.000 gegenüber 500 t km⁻² a⁻¹). Zudem ist in beiden Fällen eine starke Variabilität des Geschiebetransports entlang der Sektion beobachtet worden. Dies bestätigt die Wichtigkeit der Installation von Geophon-Anlagen über den gesamten Gewässerquerschnitt. Die Ergebnisse zeigen die unterschiedlichen Sedimentregime vergletscherter und niederschlagsdominierter Einzugsgebiete sowie deren hohe Sensitivität gegenüber klimatischen Veränderungen, insbesondere im Zusammenhang mit Gletscherrückgang, Veränderungen der Abflussregimen und Extremniederschlägen.
