Auswirkungen des Klimawandels in den Wasserschlössern der Erde auf flussabwärts gelegene Regionen
(2) Geography and Environment, Department of Humanities, Pontificia Universidad Católica del Perú, Lima, Peru
(3) Grupo de Glaciología y Ecohidrología de Montañas Andinas (GEMS), Pontificia Universidad Católica del Perú, Lima, Peru
(4) Department of Ecosystem Science and Management, Pennsylvania State University, University Park, PA, USA
(5) Department of Civil and Resource Engineering, Dalhousie University, Halifax, Nova Scotia, Canada
(6) Swiss Federal Institute for Forest, Snow and Landscape Research (WSL), Birmensdorf, Switzerland
Abstract
Gebirge werden wegen ihrer zentralen Bedeutung für globale Hydrologie und Wasserressourcen häufig als «Wasserschlösser der Erde» bezeichnet. Über natürliche Ressourcen und gesellschaftliche Strukturen sind sie eng mit den flussabwärts gelegenen Regionen verbunden.
Der Klimawandel beeinflusst die Menge, zeitliche Verfügbarkeit und Qualität der Gebirgsabflüsse und hat damit auch weitreichende Auswirkungen flussabwärts. Während in der Forschung häufig Veränderungen von Schnee- und Gletscherprozessen innerhalb der Gebirge im Vordergrund stehen, besteht Bedarf für ein umfassendes Verständnis davon, wie sich Veränderungen im Gebirgswasserhaushalt auf die Wassernutzung und Ökosysteme in tiefergelegenen Regionen auswirken. Gebirgsabflüsse und die damit verbundenen Auswirkungen des Klimawandels propagieren zwar stets flussabwärts, die daraus resultierenden Folgen können sich jedoch räumlich, zeitlich und kausal über verschiedene sozioökonomische Systeme hinweg weiter ausbreiten. Darüber hinaus können Entwicklungen in den flussabwärts gelegenen Regionen Rückkopplungen auf die Gebirgsregionen bewirken.
Dieser Beitrag fasst die wichtigsten klimabedingten Veränderungen im Wasserhaushalt der Gebirgsregionen zusammen und erörtert deren Auswirkungen auf flussabwärts gelegene Gebiete. Dazu gehören Veränderungen in der Verfügbarkeit von Oberflächen- und Grundwasser, Naturgefahrenrisiken, Wasserqualität, menschliche Wassernutzung, Sedimenttransport, aquatische Ökosysteme sowie Beiträge zum Meeresspiegelanstieg. Diese Dynamik wird in einen gesellschaftlichen Kontext gestellt, welcher Kultur, Wirtschaft und Gesundheit vom lokalen bis hin zum globalen Massstab einschliesst. Darüber hinaus beleuchtet der Beitrag Rückkopplungsmechanismen, über welche die flussabwärts gelegenen Regionen die hydrologische Dynamik im Gebirge beeinflussen, wie etwa durch Infrastrukturprojekte (z. B. Wasserkraft).
Die Analyse unterstreicht, dass ein umfassendes Verständnis der eng verknüpften Gebirgs-Tiefland-Systeme eine wichtige Handlungsgrundlage darstellt – etwa für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung angesichts sich verändernder Gebirgsregisabflüsse sowie für die Entwicklung entsprechender politischer Strategien.
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